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Fressbares ist grundsätzlich meins! - Egal wie!
Baby dürfte so 4 Jahre alt gewesen sein.
Wir waren bei meiner Mutter. Sie schimpfte, weil sich mein Hund, kaum eine Pfote ins Haus gesetzt, wieder übers Katzenfutter her machte.
Ich sagte zu ihm er müsse in Zukunft alleine zu Hause bleiben, wenn er der Katze immer das Futter wegfrisst.
- Von wegen nicht verstehn!!!!!! Da haben Sie sich jetzt verschätzt.-
Baby sah mich an, dann den Katzenfutternapf, dann wieder mich und verkroch sich unter den Tisch.
Dachte mal wieder ich hätte gewonnen. - Haha!
Ich ließ diesen hinterlistigen Hund ein paar Minuten alleine. Schon stand mein jüngster Bruder bei mir: 'Schwester, Dein Hund ist ein Mistvieh!'
- ? ? ? -
Bekam erzählt, daß Baby den Katzenfutternapf schleichend in einen anderen Raum befördert hat.
Ob er ihn dort ungesehen leer futtern oder nur verstecken wollte ist nicht ganz klar. Doch wie ich meinen Hund kenne hätte er zuerst gefressen und den Napf dann vollends verschwinden lassen. (Ist ja schon eine große Leistung zuerst den Napf anstatt dessen Inhalt zwischen die Zähne zu nehmen. Welch seelische Qual! Wie hat er das nur ertragen können? Dann nimmt man ihm seine Beute auch noch weg. Unverzeihlich!!! Übrigens: Mein Bruder war lange noch nicht erwachsen. Der einzige Grund weshalb es ihm überhaupt möglich war Baby den Napf weg zu nehmen. Ein erwachsener Mensch oder ein anderes Tier hätte ihm seine Beute nicht nehmen können. Wie heißt es so schön? -> Nur über meine Leiche!)
Und wieder ausgetrickst:
Frauchen am Computer, Hund liegt entspannt auf dem Rücken.
Döst, schläft, keine Ahnung. Vorsichtig sehe ich nach. Kaum bin ich nahe genug fängt Baby an zu schnarchen. Gerührt lächelnd gehe ich nahezu lautlos in den Nebenraum, also ins Bad. Alle Türen offen. Bin ja gleich zurück.
Ok, ich bin zurück. Doch wo ist mein brav schlafender Hund?
Panikartig renne ich los, suche ihn. - Ne, rufen kann ich mir sparen. Er ist so quasi auf der Jagd, also taub und stumm.Na ja, hier im Haus ist es eher sammeln als jagen. Doch das ist auch nicht wirklich anders. Alles was er den anderen Tieren abknöpfen kann landet in seiner Höhle und wird bewacht. Ob Knochen, Schweineohren, sonstwas, egal. Die Näpfe von Katze und den beiden anderen Hunden saugt er in abartiger Geschwindigkeit leer. Weshalb er nun auch langsam auf den Beinamen Staubsauger hören sollte.
Von irgendwo her taucht er plötzlich wieder auf. Schmatzt er noch? Oh Hilfe!
Weiß nicht wie oft er das mit mir gemacht hat. Sollte ihn ja nun langsam kennen und ihm etwas mehr zutrauen. Doch ich unterschätze ihn nach nun 8 Jahren auch noch manchmal.
Auf frischer Tat ertappt 1:
Gleiche Geschichte wie eben. Ich sehe nach ob Baby schläft. Sofort fängt er an zu schnarchen. Wird nun langsam verdächtig. Ich trau dem Burschen nicht mehr.
Also beuge ich mich vor dem riesigen Spiegel im Bad etwas vor, um sehen zu können was hinter mir geschieht.
Und siehe da: Dieser vor wenigen Sekunden noch schnarchende Hund schielt mit einem Auge am Türrahmen vorbei ins Bad. Ich mache eine kleine Bewegung. Sofort verschwindet das Hundeauge hinter der Wand.
Das geht so mehrmals. Irgendwann sehe ich eine Knopfnase, dann ein zweites Auge. Nun ist er sich sicher, daß ich ihn nicht bemerkt habe.
WIE'S BÜBLE SCHLEICHT! ES IST GIGANTISCH! Könnte mich kaputt lachen.
So, nun schleiche ich auch. Als er gerade im Begriff ist sein Hinterteil noch in den anderen Raum zu befördern räuspere ich mich. Haha, der Feger zuckt zusammen, zieht das Genick ein und überlegt wohl wie er aus dieser Situtation wieder heraus kommt.
Nach einer Weile dreht er vorsichtig den Kopf in meine Richtung, sieht mich harmlos an. Dann setzt sich die Schwanzspitze in Bewegung.
Vermutlich möchte er mich glauben machen, daß er mich nur gesucht hat oder sowas.
---> Das mit dem Spiegel ist meine einzige wirksame Waffe gegen Babys Hinterlist.
Auf frischer Tat ertappt 2:
Mal wieder bei meiner Mutter.
Eine Weile achte ich darauf, daß Baby brav bei mir ist. Doch nur eine einzige Sekunde nicht aufgepasst und er ist weg. Genau auf diesen Augenblick wartet er ja immer und nutzt ihn sofort für seine Zwecke.
Ich höre etwas - kruschtl - stürze sofort los, Richtung Küche.
Vor der Tür schleiche ich, damit ich ihn auf frischer Tat ertappen kann. Das beeindruckt ihn nämlich und er wird vorsichtiger.
Noch bevor ich die Küche betreten kann hat er mich bemerkt. Ruckzuck sitzt er unter dem Küchentisch.
Ich grinse, warte, grinse immer noch. Dann dauert mir das zu lange.
Halte ganz langsam einen Zipfel der Tischdecke hoch, um Baby in die Augen zu sehen. Er sitzt stocksteif da, wie damals im Wartezimmer bei der Tierärztin. Ich grinse eine ganze Weile da runter. Er scheint versteinert zu sein, traut sich nicht einmal zu blinzeln.
War nicht einfach erst später zu lachen!
Anmerkung:
Baby hat bei mir am ersten Tag gelernt nicht im Müll zu wühlen, nicht den Behälter für das Gelbe-Tonne-Zeug auszukippen usw. Er benimmt sich also in meinem Haushalt vorbildlich. Könnte sogar den Mülleimer offen und mit Wurstzipfeln garniert neben ihm stehen lassen.
Dürfte wohl wg der Wurstzipfel nicht aus dem Raum. Doch sonst, kein Problem.