Kurzgeschichten zur Intelligenzfrage bei Hunden am Beispiel von Westie-Baby

 

 

Es ergab sich eines Tages, daß Baby vorgab* ganz eilig nach draußen zu müssen. Nur leider war Frauchen eben noch nicht soweit. - Ich stand im Bad vor dem Spiegel, wie das nun mal so ist. Mein ganzes Gewicht drückte die Badematte platt, welche vor dem Waschbecken lag. - Nachdem ich also nicht sofort auf Baby's Verlangen aus dem Badezimmer trat und auch noch die Frechheit besaß auf der Stelle stehen zu bleiben, wußte sich Baby folgendermaßen zu helfen: Er schnappte sich eine Ecke genannter Matte und versuchte mich mit dem Teil aus dem Raum zu befördern. Schnell stellte er fest, daß Frauchen zu schwer ist. - Dann muß man eben schwerere Geschütze auffahren:  Flink hoppste er 2 mal kurz am Handtuchwärmer hoch. Einmal 'klaute' er dabei meinen Waschlappen, danach noch schnell mein Handtuch. Ohne eine Pause zwischen diesen Aktionen setzte er sich auf das 'Diebesgut' und sah mir konfrontierend ins Gesicht.

 

(* Manchmal merke ich draußen lange nichts davon, daß der Feger es eilig hatte ;-)

 
 

 

An einem Tag, da ich gerade leere Joghurtbecher mitgespült hatte um sie dann in die Gelbe Tonne zu werfen, kam ich auf die glorreiche Idee Baby eine untypische Aufgabe zu stellen. - So setzte ich mich mit einem der Becher in der Hand zu ihm auf den Boden, sagte ihm wo er sich setzen und daß er genau zusehen soll. - Nachdem ich dann einen kleinen Snack hingelegt und den Becher darüber gestülpt hatte sagte ich er dürfe jetzt aufstehen und sich das Leckerle holen. - Also, es war ein Spaß und ich hätte so ziemlich alles erwartet. Aber eben nicht, daß Baby aufsteht, zum Becher schlendert, ihn ohne zu zögern behutsam zwischen die Zähne nimmt, zur Seite stellt und das Leckerle verschluckt.

 
 

 

Baby hat mir zwar anfangs die Bude verpinkelt, aber nie etwas angenagt das ihn nichts angeht. Doch eines Tages:      

 

Spät abends, nach einem langen Arbeitstag ließ ich mich erschöpft auf der Couch nieder um mich dann möglichst ein paar Stunden nicht mehr zu bewegen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich jeden Abend 1,5 bis 2 Stunden mit Baby gespielt. Nun forderte er natürlich sein Recht. - Er stellte sich vor mich hin und schaute mir geradewegs ins Gesicht. Per gut verständlicher Körpersprache und ein paar Lauten forderte er mich zum Spiel auf. - Minutenlang die gleiche Show. Ich betonte mehrmals, daß heute nichts mehr geht. - Plötzlich, ich dachte ich hätte gewonnen  ;-) , eilte er aus dem Raum. Sekunden später erschien er wieder, mit meinem Hausschuh zwischen den Zähnen! - Ich beobachtete ihn möglichst unauffällig. --> Super, der Schuh ist noch okay. - Baby legte sich mit seiner Beute vor mich hin und schaute mich an. Eine Weile reagierte ich nicht um zu sehen was er sich dann einfallen läßt. - Gar nichts. Er hat geduldig gewartet bis ich ihn ansah. Dann hielt er meinen Lieblingshausschuh besonders gut mit den Pfoten fest und biß demonstrativ hinein. - Darauf mußte ich reagieren und er ließ sofort los.   

 

Er hatte sein Ziel erreicht.

 
 

 

Ich mag es nicht wenn man mit den Schuhen ins Haus geht. Die werden draußen ausgezogen und fein säuberlich im Flur abgestellt. - Weiß das der Hund?- Ja, anscheinend schon. Es ergab sich nämlich, daß ich ein einziges mal eine Ausnahme machte. Hatte endlich die Schuhe an und mußte bemerken, daß ich etwas vergessen hatte. - Also, das war mir schon alles zu blöd. Dann ging ich eben doch mal kurz mit den Schuhen ins Wohnzimmer. 

 

        

 

Dort angekommen baute sich Baby unvermittelt vor mir auf und bellte ohrenbetäubend. Noch ehe ich mich versah rannte er auf mich zu, schnappte gezielt und flink hintereinander die Schnürsenkel beider Schuhe und zog sie auf. - Ehrlich gesagt ist mir bis heute nicht klar woher nun der Hund wußte an welchem Ende er ziehen sollte. Er hatte sich die Sache nur ganz kurz angeschaut um dann zielstrebig meine Schuhe zu öffnen.

 

Wir wohnen in einer 30er Zone. Eine Häuserlänge weiter, dann über die Straße und schon sind wir bei Baby's geliebter Wiese. An der Wiese entlang, wo wir täglich mehrmals zum 'Schnuppern' und 'Markieren' hin müssen, ist kein Gehweg. Da manche Autofahrer dieses schmale Strässchen als Rennstrecke zweckentfremden ist Vorsicht geboten und ich habe mich schon manches mal geärgert über diese rücksichtslosen Rüpel. Seit einiger Zeit setzt sich Baby dort gerne an den Straßenrand und beobachtet was so geschieht. Obwohl er sonst sehr unruhig auf Passanten reagiert, weil er sie begrüßen und sich streicheln lassen möchte, bleibt er dann ganz cool auf seinem Beobachtungsposten und sieht den Leuten nur nach. Auch den Autos, die ihn sonst überhaupt nicht interessieren schaut er ganz ruhig aber aufmerksam hinterher.

 

Doch wehe wenn sich so ein Raser blicken läßt. Baby wartet bis er an uns vorbei ist, springt dann unvermittelt hoch und bellt aufgeregt hinter ihm her bis dieser außer Sichtweite ist.

 

Dieses Verhalten beobachte ich bei ihm erst seit diesem Sommer. Es ist wohl anzunehmen, daß Baby sein Frauchen ziemlich gut beobachtet. Zwar hab ich noch nie hinter einem her gebellt ;-) . Aber wütend kann ich da schon auch werden und ein paar Worte vor mich hin brummen.

 


WEITER -->




Datenschutzerklärung
Eigene Webseite erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!