Neubeginn, unser Zusammenleben




Ich saß am Computer. Baby kam zur Tür herein, die offen stand, linste um die Ecke, sah mir mit klappernden Zähnen freundlich und neugierig ins Gesicht.



Von seinem Gesicht war ich sofort begeistert!



Wir beschnupperten uns kurz und gingen dann gleich mal raus zur Wiese. War nicht ganz einfach, denn ich litt schon einige Monate unter Ärztepfusch nach einer schweren Sprunggelenksverletzung. Trotzdem waren wir dann täglich 10 bis 12 mal draußen.


Baby war furchtbar nervös, zappelte planlos, riss an der Leine, lief kreuz und quer auf der Straße herum. Da begann die erste Erziehungsmaßnahme: In den Grünstreifen sitzen bis ich sage, dass er weiter gehen darf.


Damit wollte ich verhindern, dass der Hund überfahren wird und bald auch möglichst gefahrlos ohne Leine herumspringen kann.


Hat sofort geklappt. Aus heutiger Sicht muß ich sagen, dass er den Zusammenhang wohl sofort verstanden und die Aktion deshalb eingesehen hat.



BABY TUT NUR WAS ER SELBST FÜR SINNVOLL HÄLT!



Doch damals wusste ich das nicht, was uns beiden noch große Probleme bereiten sollte.



Wenn er sich schwer daneben benahm ignorierte ich ihn. Hat ihn nicht gestört. Er ignorierte mich ebenfalls.....

Gegen Abend unseres ersten gemeinsamen Tages waren wir beim Tierarzt wg Babys blutigem Durchfall und all den anderen Geschichten.


Es wurde eine Hähnchen-Reis Diät verordnet und das Verbot  Baby zu baden wegen der Entzündung unten.


Die Geschäfte hatten schon zu. Also ging ich schnorren und kochte sofort für meinen Schützling. Jede noch so kleine Abweichung bescherte Baby wieder diesen Durchfall. Zuweilen kam nahezu nur Blut.


Nach gut 3 Monaten hatten wir die Sache dann soweit im Griff.



Er war vom ersten Tag an zu jedem da draußen freundlich, jedenfalls zu Menschen und Hunden. Alle waren toll, wurden begrüßt und wie alte Freunde behandelt.


Doch wehe wenn wir in unseren vier Wänden daheim waren. Dort hatte ich mit dem Burschen nichts zu lachen.


Ich kaufte ihm Knochen, Zeugs &Co. Er sollte es doch gut haben. Tja, mit dem leckeren Knöchelchen saß er dann im Wohnzimmer und wollte mich nicht herein lassen.


Auch seinen Futternapf verteidigte er übertrieben gegen mich. Selbst wenn nur noch ein Krümel drin lag.


Es war nicht witzig.




Baby war ein Lutscher!

Er legte sich oftmals neben mir auf den Rücken, als einjähriger auch mal auf meinen Schoß, ließ sich stundenlang streicheln und lutschte mit wachsender Begeisterung an einem meiner Daumen. Dazu hielt er die Hand mit seinen riesigen Bärentatzen fest. Mit der anderen Hand durfte ich ihn dann die ganze Zeit am Bauch streicheln. Das fand er klasse.


Wenn ich so da saß kam es auch beinahe täglich vor, dass er an meinem T-Shirt lutschte. Wie das Teil hinterher aussah! Als hätte man rundherum Zitzen eingewebt.


Dürfte nun wohl klar sein weshalb ich ihn oft Baby nannte, was dann mit der Zeit zur Gewohnheit wurde.


Zu allem fand er noch ein Kinderspielzeug, eine Mickey Mouse, im Keller.


Ohne Mickey ging  Baby nie schlafen. Hatte er seinen Liebling vergessen stand er panikartig auf, trippelte und stöberte in der Dunkelheit herum, bis er Mickey gefunden hatte. Natürlich wurde dieser vor dem Schlafen dann erst ausgiebig gewaschen.


Er verteidigte auch Mickey gegen mich. Ich durfte ihn die ersten Monate absolut nicht anfassen, ihm nicht einmal nahe kommen. Sofort knurrte Baby energisch, schnappte sich Mickey und bewachte ihn mit glitzernden Augen.



War eh so eine Sache mit diesem Burschen:


Kann mir gut vorstellen, dass ihm früher immer alles weggenommen und er übel geärgert wurde. Doch die Bewacherei fand und finde ich nicht lustig.






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